Die Zukunft mit dem süssen Stevia

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Getrocknete Steviablätter: 250-mal süßer als Zucker (Foto: Wikimedia)
18.11.2011

Bedeutet der nun in der EU zugelassene Süßstoff Stevia in naher Zukunft die Verdrängung des Zuckers? Agrarwissenschaftler Udo Kienle glaubt nicht daran.

Mit der Zulassung von Stevia durch die Europäische Union beginnt ein neues Kapitel der Süssstoffe in Europa. Die Substanz aus den Blättern der aus Paraguay stammenden Pflanze Stevia rebaudiana ist 250-mal süsser als Zucker, wird von Diabetikern gut vertragen, senkt den Blutdruck und verhindert Zahnbelag. Ein ernsthafter Konkurrent zum Zucker wird sie zumindest in naher Zukunft dennoch nicht, glaubt der Stevia-Forscher Udo Kienle von der Universität Hohenheim im pressetext-Interview.

Langsamer Markteintritt

"In naher Zukunft werden die meisten Nahrungsmittelsparten nicht auf Stevia umstellen - einige Produkte ausgenommen: Stevia-Tabletten und -Streusüssen könnten noch in diesem Jahr in die Supermärkte kommen, einzelne Süssgetränke im ersten Halbjahr 2012, sofern die Hersteller bereits zulassungsfähige Rezepturen besitzen", so der Hohenheimer Agrarwissenschaftler. Das zeige die Entwicklung in der Schweiz beispielhaft vor, wo Stevia seit 2010 erhältlich ist. Rund 100 genehmigte Stevia-Lebensmittel gibt es hier, von denen allerdings bisher nur wenige in den Läden gelandet sind.

Als ein Hindernis für eine rasche Verbreitung sieht Kienle die niedrige Stevia-Tagesdosis, die von der EU wie auch zuvor von der Schweiz als unbedenklich eingestuft wurde. Nur vier Milligramm von hochreinem Steviol pro Kilogramm Körpergewicht und Tag sind erlaubt. "Der Zucker von Limonaden kann in Folge nur zu rund 30 Prozent durch Stevia-Süssstoff ersetzt werden. Es wird unter diesen Umständen schwierig, dem Konsumenten den höheren Preis zu rechtfertigen", so der Experte.

Coca-Cola als Zugpferd

Was punktet, ist die Natürlichkeit der Stevia-Pflanze, betont Kienle. Auf diesen Effekt setzt etwa die Firma Coca Cola, die bereits 24 Stevia-Patente besitzt und den Zuckergehalt bestimmter Getränke künftig mit einem als "Truvia" registrierten Stevia-Süssstoff senken will. In raffinierter Form ist Stevia als Lebensmittel-Zusatzstoff - der die Nummer E960 erhält - freilich nicht mehr "natürlich".

(pte/pb)

5
Kommentare insgesamt

Toby G.
18.11.2011 11:57
Gast
Als ein Hindernis für eine rasche Verbreitung sieht Kienle die niedrige Stevia-Tagesdosis, die von der EU wie auch zuvor von der Schweiz als unbedenklich eingestuft wurde. Nur vier Milligramm von hochreinem Steviol pro Kilogramm Körpergewicht und Tag sind erlaubt.

Son Schwachsinn, das Zeug kannste ruig massig konsumieren ! Was meint ihr was für riesige Mengen Aspartam-süßstoff in Cola Light enthalten sind ?! Da hat auch keiner gesagt " passt uff das ihr nit so viel davon sauft" -_-
Und Aspartam ist viel schädlicher als Stevia-süßstoff.

Ich habe übrigens schon massig mit Stevia gesüßt und ich lebe immernoch

Decadence B.
18.11.2011 14:19
Gast
ich mag es auch, super alternative, wenn nicht sogar, DIE lösung, von adipositas bis karies - zumindestens protektiv

Chiyo yumi
19.11.2011 20:26
reg. Mitglied
finde stevia schmeckt zu metallisch:X
also nicht so mein fall...das letzt mal ich das probiert hatte, sind mir fast meine geschmacksknospen explodiert..
und das bei 3 körnchen dieses zeugs..außerdem ist es noch nicht bewiesen, das stevia vollkommen unbedenklich ist...irgendwo habe ich gelesen dass das zeug gesundheitsschädlich und krebserregend sein soll in zu großen mengen

Der Basti
20.11.2011 21:40
reg. Mitglied
Bzgl. der Krebsgefährdung wurden Studien angefertigt, leider von der "Zucker-Lobby", desen Studien nicht objektiv waren. Zsätzlich hat man Stevian an Nagern getestet, aber mit Dosen, die ein normaler Mensch nicht zu sich nehmen würde.

Es gibt Länder wie Japan oder das Herkunftsland Brasilien, wo's keine Probleme macht.

Ich würd mir in Sachen Ernährung keinen Kopf machen. Wir essen eh übersüsste Nahrungsmittel.

Da V.
21.11.2011 13:06
Gast
da wird die zucker-lobby schon ihren finger drauf haben, dass stevia den zucker so schnell nicht ersetzen wird... von dem die studien zu stevia (sofern sie denn wirklich existieren) finanziert wurden dürfte wohl auch klar sein...
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