Deutsche haben das Vertrauen in Lebensmittel verloren

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Kein Vertrauen in Produktangaben (Foto: pixelio.de/Rolf Handke)
12.10.2011

Die Verbraucher vertrauen den Großen der Lebensmittelbranche nicht mehr. Kaum einer traut sich zu, die Inhaltsstoffe der Lebensmittel richtig zu beurteilen. Möglicherweise eine Chance für mittelständische Unternehmen.

Der Etikettenschwindel mit Kunstkäse, Klebeschinken oder Garnelen-Imitaten hat die Konsumenten nachhaltig verunsichert. Zwei von drei Deutschen vertrauen den Produktangaben der Lebensmittelhersteller nicht mehr, wie eine Umfrage zum Thema Lebensmittelimitate der Brandmeyer Markenberatung zeigt. "Das Vertrauen der Verbraucher ist erheblich geschädigt", so Brandmeyer-Gesellschafter Peter Pirck im Gespräch mit pressetext.

Hoffnungslos überfordert

Mehr als acht von zehn Konsumenten bemühen sich beim Einkaufen, auf Lebensmittelimitate zu verzichten. Der Einkauf im Supermarkt wird jedoch laut der Beratungsgesellschaft für die Verbraucher immer schwieriger. Viele Lebensmittel gleichen nach ihrer Überzeugung einer Black Box: Sie wissen nicht, was wirklich drin ist. So halten es fast vier von zehn Befragten für unmöglich, Lebensmittelimitate zu identifizieren. Ein grosses Ärgernis, denn 81 Prozent wollen solche Produkte nicht in ihrem Einkaufswagen haben. "Man kann von den Verbrauchern nicht erwarten, dass sie alle Zutaten und Inhalte kennen müssen. Der durchschnittliche Konsument ist hoffnungslos überfordert", erklärt Pirck.

Brandmeyer Markenberatung sieht in dieser Vertrauenskrise der Lebensmittelkonzerne eine Chance für mittelständische Unternehmen, die traditionell stärker auf Lieferanten aus der Region zurückgreifen und in der Herstellung auf natürliche Produkte setzen. Solche Firmen können es sich im Gegensatz zu grossen, weltweit tätigen Lebensmittelherstellern gar nicht leisten, mit einem minderwertigen Lebensmittel in die Schlagzeilen zu geraten, denn damit setzen sie ihre Existenz aufs Spiel. "Zudem können mittelständische Unternehmen den Preiskampf gegen die globale Lebensmittelindustrie nicht gewinnen, daher müssen sie über die Qualität punkten", betont Pirck.

Konsumenten schauen auf Qualität

Die Bundesbürger vermuten Kunstkäse und Mogelschinken eher bei den grossen Unternehmen, natürliche Produkte dagegen halten mehr als 50 Prozent für eine Domäne des Mittelstands. Zwar sind qualitativere Produkte oft teurer, aber die Einstellung der Konsumenten hat sich gewandelt. "Die reine Preisorientierung hat sich in den vergangenen zwei, drei Jahren abgeschwächt. Ein wesentlicher Teil der Verbraucher berücksichtigt immer mehr die Qualität des jeweiligen Produktes", sagt Pirck gegenüber pressetext.

(pte/pb)

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Kommentare insgesamt

Rosana R.
12.10.2011 19:29
Gast
Was für ein Unsinn !! Wer oft und viel kocht setzt sich automatisch mit den Lebensmitteln, die er verarbeitet, auseinander. Ich weiß auch bei Produkten die ich regelmäßig kaufe, sehr gut Bescheid über deren Inhaltsstoffe. Wenn man etwas neues kauft, sieht man doch automatisch mal hintendrauf und informiert sich. Und wer viel kocht legt bei frischen Lebensmitteln sowieso wert auf Produkte aus der Region, weil diese oft sogar billiger sind wenn gerade Entezeit ist und über die Qualität ist unschlagbar. Ein Problem gute und günstige Lebensmittel auch als solche zu erkennen, haben nur solche Leute die fast überhaupt nicht selbst kochen und sich aus diesem Grund auch nicht mit Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen auseinandersetzen.Und die möchten jetzt auch noch,möglichst in Leuchtschrift, auf alles was nicht gut sein könnte hingewiesen werden. Bei einem Fertiggericht muss ich z.B. mit vielen Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern rechnen. Es ist traurig genug,dass viele heutzutage nicht mehr richtig kochen können und noch nicht einmal eine Birne von einem Apfel unterscheiden können.

Aspergo a.
12.10.2011 22:09
Gast
Ich finde es könnte auch gut Aufgabe des Supermarktes werden die gesunden Produkte von den eher nicht so unbedingt gesundenen Produkten zu unterscheiden.Meinetwegen auf der rechten Seite stapelt man gesund auf der linken Seite mittelmässig.

Bei der Masse an Produkten wird es dem Käufer nicht gerade einfach gemacht mal eben auf die schnelle , denn Zeit ist Geld, etwas gesundes einzukaufen ,wenn man nicht nur immer das gleiche Lebensmittel ausprobieren möchte.Würde der Markt selber kontrollieren was er generell einkauft und anschließend wieder weiter verkauft könnte dieser bei dem Endverbraucher positiv punkten.

Hat ja nicht jeder soviel Zeit nen halben Tag im Supermarkt rumzuhängen um nach den absolut gesunden Produkt ausschau zu halten.Man erwartet ganz einfach das bereits vorher eine ausführliche Bewertung zu diesen Produkt abgegeben worden ist damit man am Ende Zeit einspart.

Rosana R.
13.10.2011 05:42
Gast
Man kommt nicht drum herum sich selbst zu informieren und sich ein gewisses Wissen über Lebensmittel anzueignen. Und was heisst hier :

"Hat ja nicht jeder soviel Zeit nen halben Tag im Supermarkt rumzuhängen um nach den absolut gesunden Produkt ausschau zu halten.Man erwartet ganz einfach das bereits vorher eine ausführliche Bewertung zu diesen Produkt abgegeben worden ist damit man am Ende Zeit einspart. "

Wer etwas informiert ist weiß was er kaufen kann und was gesund ist, der braucht dann auch nicht lange beim einkaufen. Denkst du das eine Mutter mit 2 Kindern, die zusätzlich noch voll arbeiten geht, mehr Zeit zum einkaufen hat als andere ?

Stefan N.
13.10.2011 07:57
Gast
Aber man kocht doch nicht nur zu jeder Mahlzeit, man legt sich auch mal etwas auf's Brot und wenn da irgendwo Käse drauf steht, erwartet man auch "richtigen" Käse drin ist, bei einer Geflügerwurst erwartet man auch nicht, dass der Anteil an Schweinefleisch darin höher ausfällt, als der an Geflügel. Genau wie man bei einer Schokolade Pflanzenöl in der Herstellung benutzen darf und kaum noch Kakaobutter verwenden muss, warum auch bleibt das Zeug auch so billig, wenn die Preise für Kaffee, Kakaobohnen und andere Sachen stetig steigen?

Es gibt einige Beispiele, die man aufzählen könnte, wo Verbraucher schlichtweg durch Werbung (auch auf der Verpackung selbst) bewusst getäuscht werden und es liest sich im Supermarkt nun wirklich nicht jeder die Inhaltsstoffe durch. Von Zeit zu Zeit macht man dies' sicher einmal zu Hause, aber das bleibt wohl meist die Ausnahme.

Aspergo a.
13.10.2011 13:37
Gast
@Rosana Reber

Wer etwas informiert ist wird zukünftig aber nicht mehr ausreichen um wirklich Gesunde Produkte zu kaufen.Und um dem Verbraucher nur eine kleine Hilfestellung zu bieten ist die Bewertung des Marktes selbst über das von ihm selber eingekauften und weiterverkauften Produktes wichtiger anzusehen als ein Werbespot.

Wenn es die großen Ketten nicht tun dann gibt es zukünftig eben wieder kleinere Einkaufsläden die dafür aber genau über jedes Produkt welches sie anbieten bescheid wissen und den Kunden darüber aufklären können und vielleicht sogar noch ein paar gute Tipps geben.

Geht man heute in einen großen Lebensmittelmarkt und möchte sich über ein dort angebotenes Produkt informieren, sucht sich also dort einen Mitarbeiter so stellt man schnell einmal fest das dieser rein gar nichts über die von seinen Arbeitgeber angebotenen Produkte weiss.

Diese Tatsache ist schlimm.Da habe ich lieber viele kleinere Einkaufsläden wo dafür aber höchste Qualität mit Beratung angeboten wird.

Rosana R.
13.10.2011 23:01
Gast
Ich denke ihr macht es euch da etwas zu einfach! Erstens: Der Trend geht nicht zu kleineren Läden, sondern zu immer größeren Lebensmittelketten.
Zweitens: Wie kann man von einer ( zum großen Teil ) angelernten Verkaufskraft zum Kassieren und Regalauffüllen,erwarten, das sie über jedes Produkt das der Markt führt perfekt informiert ist. Bei einem Sortiment von mehreren Tausend Produkten. Wenn ihr selbst noch nicht einmal in der Lage seid, euch über die paar Dinge die ihr selbst braucht, zu informieren. Lebensmittel müssen auch bezahlbar bleiben, wenn man das umsetzt was ihr hier fordert (Perfekt ausgebildetes Personal und das in einer Menge,das täglich mehrere hundert Kunden beraten werden können), werden Lebensmittel total überteuert. Deshalb können kleinere Läden mit den großen auch nicht mithalten,es sei denn, es handelt sich um spezialisierte Gourmettempel, das kann sich ja auch wirklich nicht jeder leisten. Schon mal auf die Idee gekommen das man viele dieser Sachen auch selbst machen kann.Ist billiger, schmeckt besser und ihr wisst hundertprozentig was drin ist.
Ihr erwartet doch nicht tatsächlich, das die Läden euch auf minderwertige Produkte ausmerksam machen, das sie niemand mehr kauft und die Konzerne Verluste machen .Etwas naiv, oder ?

Aspergo a.
13.10.2011 23:08
Gast
Doch ich erwarte das von solchen Großketten immerhin vertreiben sie nicht nur damit das von ihr gekaufte Produkt sondern eben auch ihren eigenen Namen.Das bedeutet für mich als Kunden wenn eine Kette nur Schadstoffe vertreibt und es versäumt ihre Mitarbeiter zu schulen dann ist doch wohl klar das man denn einen anderen Laden aufsucht.

Verluste hin oder her nicht die Masse macht es sondern die Qualität setzt sich durch.

Stefan N.
13.10.2011 23:10
Gast
Wieso redest duvon ihr? Ich fordere nur, dass man Produkte nach dem bewirbt, was sie auch sind. Das man z.b. angibt, dass in der geflügelwurst auch Schwein ist und das der Käse aus Milch oder eben nicht hergestellt wurde. Dann ist das doch ok.
Zudem werde ich mir keinen Käse selbst reifen lassen und die Wurst kaufe ich auch nicht ständig im Supermarkt. Aber es gibt halt diese leute die fort gerne kaufen und dort noch diese kleine Schrift lesen wollen und sicher auch nicht immer können.
Wo ist dein Problem, wenn das besser gekennzeichnet wird? Du weißt doch jetzt schon Bescheid und nach der Kennzeichnung wissen halt noch mehr Leute Bescheid. Ist doch alles bestens.

Rosana R.
13.10.2011 23:45
Gast
@ Aspergo Anima
Qualität musst du aber auch selbst erkennen können, sonst kann man dir ja auch das Lied vom Pferd erzählen. Dann Stand zwar nichts drauf, aber du wurdest deines erachtens gut beraten, für dumm verkauft und kannst es nachher nicht einmal beweisen !!!
@Stephan Nachname
Natürlich sollen Produkte auch als das beworben werden was sie sind,das sie das nicht werden, liegt aber nicht an den Läden, sondern an den Vorschriften für die Lebensmittelkennzeichnungspflicht.Und beim Hersteller selbst. Die müssen das ändern, nicht der Vertrieb !!Solange das so ist kommt man einfach nicht drum herum sich selbst zu informieren und wenn es noch so lästig ist.Natürlich sollst du keinen Käse selbst reifen lassen . Aber genau solche Produkte wurden z. B. in Fertigprodukten verwendet oder als geriebener Käse angeboten. In einer Art bei der der Verbraucher mit dem Auge nicht mehr erkennen konnte, was Original und Fälschung war.
Deshalb z.B. Pizza selber machen, Käse am Stück an der Theke kaufen und selber reiben. Habe ich schon immer so gemacht und bin noch nie angegangen.

Stefan N.
14.10.2011 08:06
Gast
@ Rosana ...

erst einmal bitte "Stefan" mit f und und ph

in dem Artikel, geht es darum, dass die Verbraucher den Herstellern nicht mehr vertrauen und ich lese daraus, dass genau die ihre Produkte besser kennzeichnen sollten und du fängt deinen ersten Kommentar mit: "Was für ein Unsinn!" an.
Sicherlich muss der Vertrieb das nicht mehr wissen, wenn es lesbar genug auf der Verpackung steht.
Der Artikel hier möchte doch auch nur darauf hinaus, dass die Kunden das sofort auf der Verpackung lesen können.
Gerade durch so eine Kennzeichnung kommt es doch vermutlich auch eher dazu, dass die Leute wieder Dinge selbst machen.
Wenn sie z.B. sofort einen Unterschied zwischen "echtem" und "unechtem" Pizzakäse auf der Verpackung bemerken und dann bemerken, dass der "echte" geriebene Käse noch teurer ist, als im Stück, dann werden die meisten alleine drauf kommen, sich das Zeug zu raspeln. (so gut das das Beispiel mit der Pizza auch nicht, so häufig wird man die ja eh nicht essen)
Ein Kollege hat sich z.B. auch immer Schweinebraten gekauft, das Ding zu Hause fertig gemacht und in Scheiben auf's Brot gelegt. Aber was soll z.B. ein Single mit 'nem Kilo Aufschnitt? Einfrieren möchte man das auch nicht, weil man auch zwischen durch mal etwas anderes essen möchte.
Und bei manchen Produkten ist man einfach darauf angewiesen, sie so zu kaufen, wie man sie im Laden findet, alles kann man nicht selbst machen....
Fazit sollte eigentlich sein, dass die Lebensmittelhersteller deutlich draufschreiben, was drin ist. Gerne auch in Verbindung oder Anlehnung an das Ampelsystem, was es in anderen Ländern auch schon gibt.
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